Regelmäßige medizinische Fußpflege ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge, insbesondere im höheren Alter oder bei eingeschränkter Mobilität. Dennoch zeigt sich im Versorgungsalltag, dass medizinische Fußpflege in Esslingen häufig erst dann in Anspruch genommen wird, wenn bereits deutliche Probleme bestehen. Dieses Muster ist aber kein Zufall und kein individuelles Versäumnis in Esslingen oder Baden-Württemberg, sondern Ausdruck struktureller und alltäglicher Hürden.
Dieser Beitrag wurde verfasst, weil sich diese Zusammenhänge in meiner beruflichen Praxis der mobilen medizinischen Fußpflege seit vielen Jahren immer wieder bestätigen. Die dargestellten Beobachtungen basieren auf über 20 Jahren Tätigkeit in der Altenpflege sowie auf meiner langjährigen Arbeit als Fachfußpflegerin in Esslingen und Umgebung. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle zeigen sich dieselben wiederkehrenden Versorgungsprobleme.
Was sich im Alltag der medizinischen Fußpflege in Esslingen regelmäßig zeigt
In meiner täglichen Praxis der medizinischen Fußpflege in Esslingen, insbesondere bei Hausbesuchen, lassen sich häufig ähnliche Ausgangssituationen beobachten. Viele ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität haben über längere Zeit keine medizinische Fußpflege erhalten, obwohl ein klarer Bedarf besteht.
Auffällig ist dabei, dass Probleme selten plötzlich auftreten. Vielmehr entwickeln sie sich schleichend: Veränderungen an Nägeln, Haut und Belastung bleiben zunächst unauffällig, werden toleriert oder als altersbedingt eingeordnet. Erst wenn Schmerzen entstehen oder das Gehen deutlich erschwert ist, wird Hilfe gesucht.
Warum medizinische Fußpflege nicht aus Nachlässigkeit ausbleibt
In meiner Praxis zeigt sich deutlich, dass medizinische Fußpflege nur selten aus mangelnder Sorgfalt ausbleibt. In den meisten Fällen scheitert sie an ganz alltäglichen Faktoren wie eingeschränkter Mobilität, organisatorischem Aufwand, Abhängigkeit von Angehörigen oder einem insgesamt belastenden Alltag.
Diese Beobachtungen decken sich mit meinen Erfahrungen aus der Altenpflege. Sobald mehrere gesundheitliche, organisatorische oder soziale Anforderungen zusammenkommen, verliert Vorsorge im Alltag schnell an Priorität – selbst wenn ihre Bedeutung grundsätzlich bekannt ist.
Ein international beschriebenes Versorgungsproblem
Diese Zusammenhänge werden auch in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben. Eine systematische Übersichtsarbeit von McPherson et al. (2022) wertete 20 internationale Studien zu Zugangsbarrieren in der medizinischen Fußpflege aus.
Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist, dass präventive medizinische Fußpflege weltweit häufig nicht genutzt wird, obwohl sie medizinisch empfohlen ist. Als Hauptursachen werden fehlende Information, eingeschränkte Erreichbarkeit sowie organisatorische und strukturelle Barrieren genannt. Die Studie zeigt klar, dass präventive Fußpflege nicht am fehlenden Willen der Betroffenen scheitert, sondern an der Frage, ob Versorgung im Alltag realistisch umsetzbar ist.
Forschung und Praxis: Übereinstimmende Befunde
Die Ergebnisse der Übersichtsarbeit lassen sich in meiner täglichen Praxis der Fußpflege in Esslingen deutlich wiederfinden. Die in der Literatur beschriebenen Barrieren zeigen sich nicht abstrakt, sondern konkret im Versorgungsalltag.
Sowohl aus der Altenpflege als auch aus der Fußpflegepraxis zeigt sich seit vielen Jahren, dass präventive Fußpflege in der großen Mehrheit der Fälle nicht deshalb ausbleibt, weil sie abgelehnt wird, sondern weil realistische Zugangswege fehlen oder nicht bekannt sind.
Wo Versorgung besonders schwierig wird
Gerade im ländlichen Raum rund um Esslingen zeigt sich, dass der Zugang zur mobilen Fußpflege in Esslingen und Umgebung deutlich erschwert ist. Besonders in Orten wie Aichwald, Baltmannsweiler, Deizisau, Altbach, Denkendorf, Köngen, Notzingen oder Reichenbach an der Fils ist regelmäßige medizinische Fußpflege häufig nur schwer umsetzbar.
Längere Wege, eingeschränkte Verkehrsanbindungen und eine stärkere Abhängigkeit von Angehörigen führen dazu, dass präventive Fußpflege dort noch häufiger aus dem Alltag herausfällt – ein Muster, das auch in internationalen Studien beschrieben wird.
Pflegeeinrichtungen als positives Gegenbeispiel
Ein klarer Gegenpol zeigt sich dort, wo medizinische Fußpflege strukturell eingebunden ist. In Esslingen gelingt präventive medizinische Fußpflege deutlich besser in stationären Pflegeeinrichtungen und betreuten Wohnformen mit festen Abläufen, etwa im Pflegeheim Oberesslingen, Pflegeheim Obertor, Pflegestift Esslingen-Kennenburg, der Seniorenresidenz Charlottenhof, dem Seniorendomizil Haus Melchior oder dem Katharinenstift Esslingen.
Dort ist medizinische Fußpflege meiner Erfahrung nach organisatorisch abgesichert, Termine sind planbar und regelmäßig. Genau diesen Zusammenhang beschreibt auch die Übersichtsarbeit:
Präventive Fußpflege ist dort wirksam, wo sie in funktionierende Versorgungsstrukturen eingebettet ist.
Fehlende Information als zentrale Barriere fehlender Fußpflege in Esslingen
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Mangel an Information. In der Praxis zeigt sich regelmäßig, dass viele Betroffene nichtwissen , dass es mobile medizinische Fußpflege in Esslingen gibt, die direkt im häuslichen Umfeld durchgeführt wird.
Insbesondere ältere, pflegebedürftige oder mobilitätseingeschränkte Menschen suchen selten gezielt im Internet nach mobiler Fußpflege in Esslingen. Auch andere Informationskanäle wie Arztpraxen, Pflegeberatung oder öffentliche Medien informieren bislang nur unzureichend über mobile Fußpflege. Versorgungslücken entstehen dadurch nicht aus fehlendem Bedarf, sondern aus Unkenntnis.
Mobile medizinische Fußpflege als alltagstaugliche Lösung
Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen und meinen praktischen Erfahrungen ergibt sich eine klare Schlussfolgerung: Fußpflege muss dort stattfinden können, wo Menschen leben. Mobile medizinische Fußpflege in Esslingen reduziert genau jene Barrieren, die in Praxis und Forschung immer wieder beschrieben werden.
Sie ermöglicht regelmäßige Kontrollen im häuslichen Umfeld, erleichtert die Organisation für Angehörige und trägt dazu bei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Für viele Betroffene stellt die mobile medizinische Fußpflege in Esslingen erstmals einen realistischen Zugang zu regelmäßiger medizinischer Fußpflege dar.
Rolle von Kranken- und Pflegekassen
Aus praktischer Sicht wäre es sinnvoll, wenn Kranken- und Pflegekassen stärker über präventive und mobile Fußpflegeangebote bundesweit informieren würden. Sie erreichen pflegebedürftige und mobilitätseingeschränkte Menschen frühzeitig und regelmäßig und könnten damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten.
Fazit: Fußpflege Esslingen braucht realistische Zugangswege
Die systematische Übersichtsarbeit von McPherson et al. zeigt, dass präventive Fußpflege weltweit an ähnlichen Barrieren scheitert. Die Erfahrungen aus der mobilen medizinischen Fußpflege in Esslingen bestätigen diese Erkenntnisse auf lokaler Ebene.
Präventive medizinische Fußpflege entfaltet ihre Wirkung nicht durch Empfehlungen allein, sondern durch Erreichbarkeit, Kontinuität und alltagstaugliche Strukturen. Dort, wo diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird Vorsorge möglich – und wirksam.
Wissenschaftliche Quelle
McPherson, M., Carroll, M., & Stewart, S. (2022).
Patient-perceived and practitioner-perceived barriers to accessing foot care services for people with diabetes mellitus: A systematic literature review.
Journal of Foot and Ankle Research, 15, 92.
https://doi.org/10.1186/s13047-022-00597-6
